Sprayer benutzen üblicherweise handelsübliche Autolacke die Lösungsmittel auf Nitro-Basis enthalten. Die Farbe wird somit sprühfähig und bildet beim Abtrocknen eine geschlossenporige, glatte Oberfläche.

Ebenfalls sind die bitumenhaltigen Sprays (Unterbodensprays) sehr beliebt.

Bei Baustoffen mit einem hohen Wasseraufnahmevermögen (z.B. Sandstein) kann es daher passieren, dass sie die Farbpigmente aus den Lösungsmitteln bis in mehrere Millimeter Tiefe aufnehmen.

Baustoffe, die Kunstharze enthalten, werden massiv angegriffen. Die Lösungsmittel binden direkt mit den Kunstharz-Bestandteilen ab, sodass die Farbpigmente der Sprayfarben unumkehrbar eingebunden werden. Ein Strukturverlust der Oberfläche ist beim Reinigungsverfahren daher meistens unumgänglich.

Intensive Graffiti bilden auf der Oberfläche von Fassaden eine besonders dicht schließende Lackschicht. Aus diesem Grund, kann die Wasserdampfdiffusion von innen nach außen nicht mehr stattfinden. Bei kalten Temparaturverhältnissen kondensiert der Wasserdampf in den freien Poren unter der Lackschicht und friert ein. Es werden davor befindliche Schichten abgesprengt und somit die obere Putzschicht angegriffen bzw. partiell zerstört.

Neuerdings, und vorrangig auf glatten Oberflächen wie Metall, Granit oder Marmor angewandt, finden auch Permanent-Marker und Essig- Säure- Stifte Anwendung und große Beliebtheit bei den Sprayern. Die Farbpigmente solcher Permanent-Markerstifte dringen tief ein und setzen sich fest. Gelangen Permanent-Marker auf saugfähige Untergründe, muss die Entfernung so schnell wie möglich erfolgen, um das Eindringen der Schadstoffe möglichst zu verhindern.


PDF - Graffitientfernung möglichst zeitnah

Das Ziel bei der Entfernung von Graffitischmierereien ist klar zu formulieren:

Das Graffiti muss rückstandsfrei verschwinden! Die Fassadenoberfläche soll bei der Reinigung nicht beschädigt werden. Das Reinigungsergebnis wird immer ein Kompromiss darstellen, der im Wesentlichen von der Art und Porosität des Fassadenbaustoffes und dem verwendeten Reinigungsverfahren beeinflusst wird.

Allgemein können Reinigungsverfahren in chemisch, mechanisch und thermisch wirkende Verfahren eingeteilt werden.

Als chemische Verfahren kommen zur Entfernung von Graffiti spezielle Graffitientferner oder Reiniger zur Anwendung. Bei der Entfernung der Schmierereien muss ein weiteres Eindringen in den Untergrund oder die Erweiterung der verschmutzten Fläche durch gelöste Farben vermieden werden.

Deshalb ist es oft vorteilhaft, pastös eingestellte Reiniger zu verwenden.

Diese haben den zusätzlichen Vorteil, dass das Verdampfen der Lösemittel verzögert wird und somit die Einwirkzeit verlängert werden kann, um einen besseren Reinigungserfolg zu erreichen.

Die Reiniger verdampfen aufgrund ihrer hohen Siedepunkte (ca. 200 °C) nur langsam, entwickeln keine gesundheitsgefährdenden Dämpfe, sind unter normalen Einsatzbedingungen nicht entzündbar, dafür aber mit Wasser mischbar und biologisch abbaubar.



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Das beim Waschen poröser Untergründe mit Hochdruckgeräten anfallende Schmutzwasser kann in der Regel unter Beachtung der örtlichen Bestimmungen in die Schmutzwasserkanalisation eingeleitet werden.

Erfolgt der Waschvorgang mit Hochdruckgeräten, so können erhebliche Wassermengen in die Fassade eingetragen werden. Beim Einsatz von falschen Reinigungsmitteln kann es später zu Salzausblühungen und Verfärbungen kommen.

Bei den mechanischen Verfahren sind zur Entfernung von Graffiti vor allem Wasserstrahlverfahren und Partikelstrahlverfahren zu nennen.

Weiterhin ist zu beachten, dass gelöste Graffitireste tief in den Stein eindringen können. Mechanische Reinigungsverfahren mit Strahlmitteln entfernen nicht nur das Graffiti sondern können auch die Materialoberfläche darunter schädigen. Es gibt Strahlmittel aus den unterschiedlichsten Materialien und mit einer breiten Variation der Partikelgröße. Das Strahlmittel wird im Luft- oder Wasserstrahl geradlinig oder verwirbelt an die Fassade transportiert. Prinzipiell gilt, je kleiner die Partikel und der verwendete Druck, desto schonender der Abtrag.

Weiterhin bestehen Variationsmöglichkeiten in der Wahl der Düse. Die Auswahl und Anwendung der Verfahren sollte dem Fachmann vorbehalten sein.

Als thermische Verfahren sind die Laserreinigung und das Trockeneisstrahlen im Einsatz. Hier sind wenige Erfahrungen bekannt.

Um die Reinigung zu planen, hat sich das Anlegen von Musterflächen bewährt. Anhand des Reinigungsergebnisses werden das geeignete Reinigungsverfahren und die wirksamsten Verfahrensparameter (Druck, Partikelart und Größe usw.) festgelegt. Das Graffiti sollte nach möglichst kurzer Standzeit entfernt werden. Bei langer Standzeit des Graffiti kann das Bindemittel gut vernetzen und aushärten, sodass es nur mit größerem Aufwand wieder entfernt werden kann. Die Reinigung sollte von einem Fachmann ausgeführt werden, da sonst die Gefahr der Untergrundschädigung besteht. Verlangen Sie die Vorlage von Referenzen der Fachbetriebe und bestehen Sie auf ein Anlegen von Musterflächen.



Abrasive Behandlung
Bei diesem Reinigungsverfahren werden besonders schonende und auf den Untergrund abgestimmte Technologien verwandt.
Um den Verlust der Oberflächenstruktur zu verhindern, wird die Belastbarkeit des Untergrundes bereits im Vorhergehenden geprüft. Diese Behandlung obliegt besonderer Beachtung bei der Behandlung von Denkmälern um den Erhalt der möglichen Patina zu sichern.


  • Hochdrucksandstrahlen / Heißwasserhochdruckreiniger mittels spezieller Strahldüse und Strahlmittelansaugvorrichtung
  • Turbofeuchtstrahlverfahren
  • Unterdruckstrahlverfahren /
    Tornado ACS 35
  • JOS und ROTEC Niederdruck-
    rotationsverfahren (Softstrahlen)
  • Trockeneisstrahlverfahren


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Graffitientfernung